Salineinsel

salineinselDie Salineinsel steht für die Salzgeschichte Schönebecks. Hier stand die Saline, der Ort, an dem Siedesalz erzeugt wurde. Sie erlebte ihre Blüte um 1790 als größter staatlicher Betrieb Preußens und noch um 1900 als die „Königlich Preußische Goldgrube“. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurden um die 60.000 Tonnen Salz pro Jahr gewonnen – eine enorme Menge. Noch bis 1967 war die Saline in Betrieb, ehe sie schließlich geschlossen wurde. Von der Industrieansiedlung ist heute leider so gut wie nichts mehr zu sehen. Einige wenige Relikte sind verblieben, die Insel selbst ist zu einem Schutt- und Lagerplatz mit Wildwuchs verkommen. Mit ihrer Nähe zur Altstadt und – von der Elbe umflossen – in einer traumhaft schönen Lage bietet sich die Salineinsel geradezu an, über Aufwertungsmaßnahmen zu einem Freizeit- und Naherholungsgebiet für die Schönebecker zu werden. relais Landschaftsarchitekten aus Berlin beschäftigten sich in einer ersten Studie mit den Möglichkeiten, die das Areal für eine solche Entwicklung bietet. Bei einem „IBA-Frühlingsspaziergang“ waren sie vor Ort dabei, um den Schönebeckern ihre ersten Gedanken zur Entwicklung der Salineinsel vorzustellen. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen war der Boden, auf dem einst die Saline stand. Die Insel ist eine künstliche Aufschüttung. Um sie zu rekultivieren, müsste Mutterboden ausgebracht werden, ein kostspielige Variante. Daher gehen die Landschaftsplaner davon aus, den Industrieboden zu belassen, weil er ein besonderes Vegetationsbild erzeugt. Um die Saline könnte ein Rundweg entstehen, der die verbliebenen Relikte der einstigen Industrieansiedlung integriert. Wasserzugänge sind geplant, eine Hainbepflanzung vorgesehen. Das sind erste Überlegungen, die in einer Konzeptstudie entstanden und die sich an realisierten Planungen andernorts orientieren, auf die die Landschaftsarchitekten in den Bürgerveranstaltungen im IBA-Laden verwiesen und zeigten, wie sich ein solches Areal zu einem wahren Paradies am Wasser entwickeln kann. Der Rundweg um die Insel scheint prädestiniert als Ort für Sport- und Freizeitaktivitäten, Inlineskating wäre genauso möglich wie Fahrradfahren an der Elbe mit Anbindung an den Europaradweg. Eine Weiterentwicklung des Projektes ist für 2010 geplant.

Salineinsel: Rundgang beeindruckte Experten

Carl Samuel Leberecht Hermann, dieser Schönebecker Mitentdecker des Elements Cadmium und Namensgeber eines bedeutenden Chemieunternehmens der Stadt hätte sich gefreut:
Die lange im Dornröschenschlaf liegende Salineinsel, wo er sein erstes Unternehmen gründete, wird heuer wachgeküsst und steht mitten in ihrer touristischen Entwicklung zum „etwas anderen“, attraktiven Bürgerpark. Vom Fortschritt der Bauarbeiten des geförderten IBA-Projekts auf der Salineinsel machten sich dieser Tage nicht nur Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase und der Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalts Prof. Ralf Niebergall vor Ort ein Bild.

Auch Vertreter des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr, der seinerzeit federführenden Saleg, des Landesverwaltungsamtes sowie Stadträte und Dezernenten der Stadtverwaltung hörten den Ausführungen der leitenden Architektinnen Elisabeth Köllmann und Sigrid Schaller während des Rundgangs aufmerksam zu.
Dank der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt, an der Schönebeck im Nachgang als eine von 19 Städten des Landes teilnahm, konnten die Projekte Salinebrücke, Bürgerpark Salineinsel und die Gebäudesicherung des fachwerkgeprägten Salzmagazins ebendort auf den Weg gebracht werden.

Derzeit wird ein Wegesystem mit grünen Säumen und lichten Blickperspektiven angelegt und unterschiedliche Aktionsbereiche wie eine Beachvolleyball-Fläche und eine „Spielfuge“ hergestellt. Ein so genannter Elbbalkon eröffnet Freizeitmöglichkeiten besonders für jüngeres Publikum und eine als Kreis gestaltete Aufenthaltsfläche aus ehemaligen Betonschwellen hat den Kick mit Elbeblick. Die Nähe der Elbe prägt diese historisch so beladene Halbinsel und die Planer werden dem gemeinsam mit der Stadtentwicklung gerecht. Die sich in Umsetzung befindlichen Ideen dienen der Entspannung, der Bewegung im Grünen, der Kommunikation und bieten gleichzeitig eine spannende Kulisse für kulturelle Ereignisse und Aktivitäten.
Dies gilt auch für das alte Salzmagazin. Hier werden derzeit zunächst aufwändige Sicherungsarbeiten durchgeführt, zum Beispiel werden marode Teile des Fachwerks ausgetauscht und neu ausgemauert.  Dabei wird sich stark an dem historischen Vorbild orientiert.

Als letztem baulichen „Zeitzeugen“ der Königlichen Saline ist der Stadt sehr an der Erhaltung dieses Gebäudes gelegen.
Der Bürgerpark soll Mitte nächsten Jahres fertiggestellt werden, dann kann auch die neue Fuß- und Radwegbrücke über den Salinekanal genutzt werden. Die Teilnehmer des Rundgangs zeigten sich beeindruckt und wünschten dem Großvorhaben viel Erfolg. Denkbar ist noch Einiges, so etwa ein alternatives Kunstsymposium, wie es sich etwa Elisabeth Köllmann wünscht.
Aber das ist noch Zukunftsmusik.